Meine Erfahrungen mit Risikoschwangerschaften.
Bei meinem ersten Kind, absolutes Wunschkind und darauf angelegt, konnte ich die Schwangerschaft nicht geniessen. Es begann damit, dass bereits direkt nach dem Schwanger werden (keine 3 Tage nach der Befruchtung) mein Körper rebellierte, ich musste mich fast dauerhaft übergeben, hatte Schmerzen, die ich mir nicht erklären konnte, die aber nicht vom damit verbundenen Geschlechtsverkehr kamen. Die Toilettenschüssel war mein bester Freund, ganze 3 Tage lang. Schlussendlich wurde es besser, ich wartete und machte sowohl bei NMT als auch innerhalb der 2 Wochen danach immer wieder Tests, leider waren dennoch alle Tests negativ, bis ich fast schon 7. Woche war und ohnehin einen Termin bei meinem Frauenarzt hatte. Erst da zeigte sich ein hauchdünner 2. Streifen auf dem Test beim Frauenarzt und er sagte mir, ich wäre bei 5+.....
Er nannte es verzögerter Eisprung / verzögerte Befruchtung, wie gesagt, eigentlich vom Datum her gab es nur einen möglichen Termin für die eigentliche Befruchtung und demnach war ich schon 7. Woche, nicht erst 6. Woche.
Die nächsten Wochen verliefen mehr oder weniger ohne Probleme, abgesehen von der Schwangerschaftsüblichen Übelkeit und dem ziehen im Unterleib (Gebärmutterbänder).
Dann begann der Horror für uns, als ich in der 12. Woche war. Ich bekam undefinierbare Unterleibschmerzen, die nichts mit der üblichen Umstellung auf Schwangerschaft zu tun hatten. Da sie aber nicht konstant waren ging ich nicht zum Arzt, sondern beliess es dabei. Bis in die 15. Woche hinein, als dann urplötzlich morgens starke schleimige Blutungen auftraten. Ich musste meinen Mann bitten, eher von der Arbeit heim zu kommen, da ich diese ungewissheit niht aushielt und rief auch sofort meinen Arzt an. Als wir dort ankamen, nahm er uns jede hoffnung auf eine intakte Schwangerschaft.
Er sagte uns zwar, dass auch alles gut ausgehen könnte, er uns aber nicht die Hoffnung geben möchte, denn unser kleiner Schatz rührte sich trotz schlagendem Herz nicht und die Blutungen kamen von der Plazenta, welche sich Stück für Stück verabschiedete, wie sie es eigentlich nur im Falle einer Fehlgeburt tat. Er verschrieb mir strenge Bettruhe, da ich nicht ins Krankenhaus wollte, und sagte mir auch, dass ich eine Woche später wieder kommen sollte.
PLAZENTAINSUFFIZIENZ
Wir waren am Boden zerstört, fragten usn, warum wir? Wir hofften inständig, dass die Blutungen aufhörten und unser kleiner Schatz uns nicht verlässt. Und all unser Bitten und Betteln wurde belohnt, denn er ging nicht, obwohl nur noch ein viertel der Plazenta über blieb. Dennoch hatten wir natürlich stets diese Ungewissheit in uns, Es KÖNNTE NOCH PASSIEREN. Als ich in die 20. Woche kam wurde ein Diabetestest gemacht, dieser war jedoch nicht eindeutig und musste 2 Wochen später wiederholt werden und es stellte sich heraus, dass trotz aller guter Ernährung und nicht sündigen meine WErte schlecht waren. Insulinbedürftiges SCHWANGERSCHAFTSDIABETES. In der 25. Woche stellte sich dann im Krankenhaus heraus, dass ich leider nur eine einzige Nabelschnurarterie hatte, statt 2er und der kleine Wurm in mir wuchs nicht mehr richtig, aber er wuchs und das gab uns die Hoffnung, dass er noch ne Weile da in seiner Bauchwohnung durchhält. Doch manch Arzt gehört einfach im Beruf verboten. Denn als ob wir nicht schon genug Probleme gehabt hätten, bei denen wir gekämpft und bisher gewonnen hatten, gab er mir den Rat, in der 25. Woche verspätet die Schwangerschaft zu beenden, da die Gefahr bestünde, dass unser Wurm, unser BABY, Geistig Behindert sein könnte. Natürlich entschieden wir uns für unser Kind. Und die Belohnung trotz Frühgeburt per Kaiserschnitt bei 35+1 war unser Sohn. Auch wenn er nicht gesund war udn ist, aber er ist da, er lebt, er ferfreut sich am Leben und so schlimm, wie befürchtet, nämlich, dass er stirbt oder gar nicht ansprechbar im Leben ist hat es ihn dann doch nicht getroffen.
Als unser Sohn bereits 9 Monate alt war, erfuhren wir, dass ich schwanger war, ungeplant, aber dennoch gewünscht. Leider erfuhren wir auch sofort, dass es eine EILEITERSCHWANGERSCHAFT gewesen ist. Ca. 2 Wochen später, ein paar Tage vor Weihnachten verloren wir das kleine Wunder, für uns war es sehr deprimierend und Weihnahten war für uns nicht Weihnachten, zumal ich bereits in der 6. Woche war ca.
Aber wir gaben gleichzeitig auch die Hoffnung nicht auf, um so klarer wurde uns dann doch, dass wir uns noch ein Kind wünschten, trotz allem was passiert war. Etwa 2 - 3 Monate später versuchten wir dann also auch bewusst schwanger zu werden. Doch unser Versuch wurde mit ständigen Zyklusschwankungen und ausbleibenden Eisprüngen bestraft. 1,5 Jahre ohne Erfolge sorgten für Frustrationen und schlussendlich die Aufgabe unseres Wunsches. Wir konzentrierten uns wieder voll und ganz auf die Arbeitssuche, die dann mit 2 Jobangeboten gekrönt wurde. Tja nur erfuhren wir genau zu dem Zeitpunkt, dass uns ein kleines Wunder beiwohnen würde, ohne, dass wir es vorher geahnt hätten.
Wir haben uns natürlich sehr gefreut, auch wenn wir uns sicher waren, das es der falsche Zeitpunkt war. Wir versuchten die bis fast zum Ende komplikationslose Schwangerschaft zu geniessen. Erst gegen Ende erreichte uns dann der Schock, SCHWANGERSCHAFTSDIABETIS mit KATASTROPHALEN WERTEN, trotz Insulin und Diät. So dass ich ins Krankenhaus eingewiesen werden musste. Eine Woche später durfte ich zum Glück wieder heim, weil sich die Werte wieder im normalen Diabeteswert befanden. Aber der Aufenthalt zu Hause beschränkte sich auf wenige Tage, als ichplötzliche Anhaltende Schmerzen im Bauch bekam, begleitet mit leichten Wehentätigkeiten im 8 Minutenabstand. Mein Arzt gab mir eine Überweisung fürs Krankenhaus und riet mir sofort hinzufahren, wenns deutliche Wehen mit kürzerem Abstand werden würden, er meinte auch gleich, er gehe davon aus, dass die kleine noch am Wochenende kommen würde. So geschah es auch, nur nicht wie geplant natürlich!!!
Am Samstag fuhr ich ins Krankenhaus, weil ich zwar keine Wehen mehr verspürte, aber diese anhaltenden durchgehenden Schmerzen im Bauch schlimmer und schlimmer wurden und ich mir diese nicht erklären konnte und mir Sorgen um unsere Tochter machte. Im Krankenhaus dauerte es geschlagene 8 Stunden eh sie mir konkret sagen konnten, dass meine erste Sektionarbe in der Gebärmutter riss und nur noch wenige Millimeter dünn wäre. Wir kämen trotz perfekter Geburtslage und dem Tatbestand, dass die Kleine auf dem Weg sei nicht um einen Kaiserschnitt herum. Allerdings wäre dieser für den darauffolgenden Dienstag dann erst angesetzt, da es Zeit hatte, da die Narbe ja noch geschlossen wäre und jeder Tag mehr natürlich besser für die Kleine Maus wäre. Sie wollten mich über Nacht nur zur beobachtung da behalten udn es hätte dann gereicht, wenn ich den Montag noch versucht hätte zu geniessen zu Hause ehe es dann los ginge. Doch bis dahin wollte meine Kleine nicht warten, denn mein Frauenarzt behielt recht. Sonntag Mittag, direkt im Anschluss an das Wehenlose CTG hatte ich den alles umwobenen VORZEITIGEN BLASENSPRUNG. Doch auch danach blieben jegliche Wehen aus. Sonntag nachmittag kam dann unsere Tochter via Kaiserschnitt zur Welt bei 37+5. Wir haben uns sehr gefreut und die kleine Maus ist kerngesund gewesen, abgesehen von einem leichten Anflug von Gelbsucht, welche aber so ziemlich 2 Monate zu sehen war an ihr.
Nunmehr lief alles perfekt und urplötzlich nachdem ich mehrere Monate einen festen Zyklus trotz stillens hatte, lagen mir 2 positive Tests vor. Doch ein 3. Test war dann schon wieder negativ und ein paar Tage darauf setzten auch nach langer Warterei die Blutungen ein. FEHLGEBURT.
Letzten Endes sind wir uns sicher, egal wie es lief, wir bereuen nichts und sind auf alle unsere 4 Kinder stolz und lieben sie. Ob sie nun physisch bei uns sind oder nur in Gedanken. Unser wunsch nach einem weiteren Kind besteht auch jetzt noch, aber für uns steht fest, dass wir es nicht mehr darauf anlegen, sondern nun ersteinmal unsere berufliche Zukunft weiter umsetzten und unser Leben in geregelte Bahnen lenken. Ein weiteres Kind wird voraussichtlich nicht folgen.



