Delfingestütze Therapien

In diesem Bereich könnt ihr Fragen rund um das Thema Tiergestützte Therapien erstellen. Gleichermassen möchten wir Euch diesen Bereich auch als kleinen Aufklärungsbereich darstellen. Norbert nimmt sich gern die Zeit für Eure Fragen und informiert Euch über das Thema Delphintherapie.
Dieser Bereich ist auch für Gäste einsehbar

Delfingestütze Therapien

Beitragvon Norbert am 23.Jul.11 17:24

Therapieangebote mit dem Einsatz lebender Delfine, die sogenannte Delfintherapie (DAT = Dolphin Assisted Therapy) haben in den letzten Jahren einen enormen Zulauf erhalten. Medien und Presse berichten über nie geglaubte Erfolge und Fortschritte bei den Patienten. Auf den Seiten der Delfintherapieanbieter und -förderer, wie etwa "kidsanddolphins", "dolphin swim" oder "dolphin aid" werden ausschließlich positive Beiträge veröffentlicht, die auf Aussagen von Eltern beruhen. Diese Anbieter sprechen gerne von "wissenschaftlich belegten Erfolgen", verschweigen aber, dass es sich hierbei um von den Instituten in Auftrag gegebene und oft auch finanzierte Forschungen handelt. Unabhängige Forschungen über Therapieerfolge gibt es nicht!. Von daher lockt man mit einseitiger Darstellung interessierte und oft auch verzweifelte Eltern. Diese Therapien kosten zwischen 2500 und bis zu 25.000€, je nachdem, wo sie stattfinden. Diese Beträge können sich Eltern nicht leisten und wenden sich daher an Spendenportale wie dolphin aid. Dieses Portal ist in Deutschland das bekannteste. Jedes jahr findet in einem Nobelhotel eine Gala statt, an der auch viele Prominente teilnehmen. Dolphin aid kassiert jährlich mehrere Millionen € an Spendengeldern, von denen sie auch die superteuren Galas bezahlen oder die Unterkünfte der Stars...also mit Spendengeldern!
Die Therapiezentren liegenn oft in klimatisch und geografisch angenehmen Gegenden, wie Curacao oder in der Türkei. Angeschlossene Hotelanlagen, Freizeitparks, Rummelplätze und entsprechende Evantangebote sollen das Angebot abrunden und zusätzlich locken. All dies zahlen die Patienten und Angehörigen natürlich mit. Würden sie nur die Delfinkontakte und andere therapeutische Angebote wahrnehmen, würde alles nur einen Bruchteil kosten.

Delfine sind hochintelligente Meeressäuger. Es gibt international anerkannte Ethiker und Biologen, die die Delfine wegen ihrer Intelligenz Menschen ethisch gleichsetzen möchten. Die Delfine werden für diese Therapie ausnahmslos in engen Gehegen, Pools oder in abgetrennten Meerwasserlagunen gehalten. Wenn keine Therapien stattfinden, vegetieren sie vor sich hin, schlagen mit ihren Schwanzflossen aufs Wasser oder zeigen stereotype Bewegungen, die Sie eventuell auch schon mal bei eingesperrten Zootieren beobachtet haben. Delfine sind Wildtiere. Von ihnen geht immer eine potentielle Gefahr aus, ihr Verhalten - besonders das in Gefangenschaft - ist nicht berechenbar und hat bereits zu schweren Verletzungen mit Brüchen und gar Todesfällen während Delfintherapien geführt.

Welche Eltern würden eine solche Gefahr für ihre Kinder ignorieren, wüssten sie es?

Warum sollen Delfine eigentlich Krankheiten mildern oder Entwicklungsschübe bewirken können?


Delfine sind seit altersher mystifizierte Wesen, ihnen werden "Zauber- und Heilkräfte" angedichtet. Ihr Ultraschall soll im menschlichen Körper Blockaden lösen und Glückshormone (Endorphine) aktivieren. Nichts davon konnte bewiesen werden. Ultarschall wird zwar in der Medizin, etwa bei Entzündungen, erfolgreich eingesetzt. Dabei wird aber eine Zeit vorgegeben, damit sich Wirkung entfalten kann. Delfine bleiben nie länger als einige Sekunden in Menschennähe, sie schwimmen immer wieder weg und müssen von den Trainern erneut angelockt werden. Deswegen hat hier ihr Sonarsystem keine Bedeutung, weil die Einwirkzeit zu kurz ist.

Es gibt nur einen einzigen empfehlenswerten Therapieansatz, der ausschließlich mit Delfinlauten arbeitet: Das dolphin-space-program.

Die gleichen Wirkungen, die durch den Kontakt zu einem Delfin entstehen (Glücksgefühle/ Endorphine/ positive Reaktionen von Patienten) können mit anderen tiergestützten Therapien, die mit domestizierten Tieren arbeiten, erreicht werden. Es gibt Therapien mit Hunden, Katzen, Pferden, Lamas, Alpakas, Kleinsäugern wie Meerschweinchen oder Kaninchen und vielen anderen Tieren. Diese Tiere sind alle in der Lage, beim menschen Positives auszulösen, obwohl sie vielleicht nicht so spektakulär wie Delfine sind.
Dazu kosten diese Therapien nur sehr viel weniger Geld im Vergleich zu den überteuerten delfingestützten Therapien. Auch müssen Sie mit Ihren oft sehr beeinträchtigten Kindern nicht weite Reisen in eine klimatisch völlig andere Welt auf sich nehmen, die zusätzlichen Stress bei den kleinen Patienten hervorrufen. Alles wird in Ihrer näheren Umgebung angeboten. Die Kosten für tiergestützte Therapien werden, je nach Begründung, im Einzelfall schon mal von den Kassen übernommen oder zumindest bezuschusst. Zu diesen Therapieformen gibt es auch genügend wissenschaftliche Untersuchungen, die ihre Wirkweise belegen.

Näheres und genauere Informationen finden Sie auf: http://therapieohnedelfine.de.to/
Norbert
 

Re: Delfingestütze Therapien

Beitragvon NiklasMama am 03.Nov.11 09:24

Norbert, ich finde es gut, dass du darauf hinweist....
Es ist vielleicht ein heikles Thema. Man priobiert als betroffene Eltern vieles aus. Setzt alles daran, dass es dem Kind gut geht, bzw. Besserung eintritt. Ich habe auch schon überlegt, ob wir nicht einmal eine Delfintherapie ausprobieren....
habe mich aber ehrlich gesagt, noch nicht mit dem verbundenen Tierschutz informiert. Das werde ich sicher machen!!

Aber wir waren mit Niklas schon beim Delfeeling bei Ronald Vala. Eine tolle Sache! Hört sich auch änlich an, wie dein Link. Wobei hier leider die Wassertemperatur für Niklas etwas zu kühl war. Der wirklich einzige Nachteil. sonst war es ein schönes Erlebnis. Natürlich nur für einen Vormittag. Was jetzt wieder zur Delephintherapie wo man auch gleich Urlaub macht und somit weit weniger gestresst hin- und wieder heimfährt einen grossen Unterschied macht.
Vielleicht magst du dir den Link ansehen:
http://www.leah-elternverein.at/fileadm ... eeling.pdf
Mama Tanja (1978) und Papa Michael (1972) mit Sohn NIKLAS (02/2007)
schwere Hämophilie B, rechtsbetonte spastische Tetraparese, zentrale Facialisparese links, seit Nov. 2010 PEG/Button, cerebrale Sehstörung, Symptomatisch-fokale Epilepsie nach Gehirnblutung

Unser Blog: http://niklaskainz.blogspot.com/
Benutzeravatar
NiklasMama
Elternteil
Elternteil
 
Beiträge: 10
Registriert: 09.Okt.11 14:45
Alter: 33
Geschlecht: Weiblich
Blog: Blog lesen (0)


Zurück zu/r Aufklärungsbereich Tiergestützte Therapien

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste